EU-Kennzeichnungsverordnung 1169/2011

Die 14 Hauptallergene
im Überblick

Alle kennzeichnungspflichtigen Allergene nach EU-Recht – mit Statistiken, Tipps für den Alltag und Informationen für Österreich.

14 Hauptallergene
~30 % EU-Bürger betroffen
450 Mio. Betroffene EU-weit
seit 2014 Kennzeichnungspflicht

Was sind die 14 EU-Hauptallergene?

Seit dem 13. Dezember 2014 sind alle Lebensmittelunternehmen in der EU – und damit auch in Österreich – verpflichtet, 14 definierte Hauptallergene auf ihren Produkten und in der Gastronomie eindeutig zu kennzeichnen. Grundlage ist die Lebensmittelinformationsverordnung (EU) Nr. 1169/2011, die in Anhang II festlegt, welche Stoffe wegen ihres allergenen Potenzials zwingend deklariert werden müssen. Die Kennzeichnung gilt für verpackte Ware ebenso wie für lose verkaufte Lebensmittel und Speisen in Restaurants, Kantinen, Bäckereien und beim Catering.

Allergie ist nicht gleich Unverträglichkeit

Eine echte Nahrungsmittelallergie ist eine Reaktion des Immunsystems: Der Körper bildet Antikörper (meist IgE) gegen ein an sich harmloses Eiweiß, etwa in Erdnüssen oder Krebstieren. Schon kleinste Mengen können schwere Reaktionen bis hin zur lebensbedrohlichen Anaphylaxie auslösen. Eine Unverträglichkeit – beispielsweise Laktoseintoleranz – ist hingegen kein Immunvorgang, sondern beruht auf einem fehlenden oder eingeschränkten Enzym. Sie ist meist dosisabhängig: Kleine Mengen werden vertragen, größere führen zu Verdauungsbeschwerden. Die EU-Kennzeichnung erfasst beide Bereiche, etikettiert den Stoff aber neutral als „Allergen“.

Wie funktioniert die Kennzeichnung?

In der Zutatenliste verpackter Produkte werden allergene Bestandteile fett, unterstrichen oder farblich hervorgehoben. In Österreich hat sich für die Gastronomie die Buchstabenkodierung A bis N durchgesetzt: Auf der Speisekarte oder einem ausgehängten Aushang findet sich neben jedem Gericht eine Liste der enthaltenen Allergen-Buchstaben. Das spart Platz und ermöglicht es Allergikern, mit einem Blick zu erkennen, ob ein Gericht für sie geeignet ist. Mündliche Auskunft durch geschultes Personal ist ebenfalls erlaubt – muss aber nachweisbar erfolgen.

Welche Allergene müssen deklariert werden?

Die 14 Hauptallergene reichen von glutenhaltigem Getreide (A) über Milch (G) und Erdnüsse (E) bis hin zu Sulfiten (L), Lupinen (M) und Weichtieren (N). Zusammen decken sie über 90 % aller dokumentierten allergischen Reaktionen auf Lebensmittel in Europa ab. Welche Stoffe konkret betroffen sind, welche Symptome typisch auftreten und in welchen Lebensmitteln das Allergen häufig versteckt ist, finden Sie nachfolgend in der Übersicht und in den ausführlichen Detailseiten.

Allergene in Österreich – Zahlen und Trend

Schätzungen des österreichischen Gesundheitsministeriums zufolge leben rund 2 Millionen Menschen in Österreich mit einer ärztlich diagnostizierten Nahrungsmittelallergie oder -unverträglichkeit. Die Tendenz ist seit zwei Jahrzehnten deutlich steigend, vor allem bei Kindern. Detaillierte Statistiken zur Häufigkeit der einzelnen Allergene, Vergleiche zwischen EU und Österreich sowie die Entwicklung seit dem Jahr 2000 finden Sie auf der Statistik-Seite. Wer einen ersten Verdacht überprüfen möchte, kann den Symptom-Schnellcheck und die Diagnose-Wegweiser auf der Diagnose-Seite nutzen.